Epidemiologie

Weltweit sind ca. 2 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland wird die Zahl der Erkrankten auf mindestens 120000 geschätzt (Heim u. Hopfenmüller 2000). Die jährliche Inzidenz liegt bei ca. 3,5–5
pro 100000 Einwohner und steigt nach Daten aus skandinavischen Landesregistern an, mit einer bemerkenswerten Zunahme des Anteils an erkrankten Frauen. Frauen sind bei der schubförmig verlaufenden MS 2– 3x häufiger betroffen als Männer. Der Erkrankungsgipfel liegt um das 30. Lebensjahr, wobei die MS immer häufiger auch bereits bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert wird (Banwell et al. 2007). Noch immer beträgt die durchschnittliche Zeit vom Erstsymptom bis zur Diagnosestellung 3,4 Jahre (Flachenecker et al. 2007). Es gibt gut dokumentierte Einzelfälle von MS, die sich erstmals in der ersten, aber auch solche, die sich in der siebten Lebensdekade manifestiert haben.

Bei der primär progredienten MS sind Männer etwa gleich häufig betroffen wie Frauen; diese Verlaufsform beginnt typischerweise in der vierten oder fünften Lebensdekade. Die MS tritt vorwiegend in den gemäßigten Breiten nördlich und südlich des Äquators auf und dort finden sich die höchsten Prävalenzzahlen bei der Bevölkerung kaukasischen Ursprungs (Ebers u. Sadovnick 1994). Strategien zur Primärprävention sind nicht bekannt.

Quelle: Leitlinien der DGN 2008