Verlauf
Der Verlauf einer MS kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Deshalb ist es nicht möglich, eine genaue Voraussage des individuellen Verlaufes zu treffen.
Auch wenn dies grundsätzlich zutrifft, muss betont werden, dass die MS bei einer Vielzahl von Erkrankten gutartig verläuft. Eine MS muss nicht zwangsläufig schwer verlaufen, im Gegenteil, die anfänglich auftretenden Krankheitszeichen bilden sich in der Regel fast alle vollständig wieder zurück - es kommt weitgehend zu einer Abheilung der entzündlichen Herde.
Auch bei unvollständiger Rückbildung bleiben die Störungen oft relativ gering ausgeprägt und beeinträchtigen wenig.
Je nach Krankheitsverlauf können aber auch zunehmende Beeinträchtigungen auftreten, die dann bestehen bleiben. Jedoch nur in einzelnen Fällen (unter 5 %) führt die Krankheit innerhalb weniger Jahre zu schwerer Behinderung.
Als Faustregel, gilt die sogenannte “5-Jahres-Regel”:
Der Behinderungsgrad 5 Jahre nach Krankheitsbeginn entspricht etwa drei Viertel desjenigen nach 10 bis 15 Jahren.
Zu Krankheitsbeginn überwiegt der schubförmige Verlaufstyp mit einer Häufigkeit von bis zu 90%; 10-15% der Patienten nehmen einen primär-chronisch progredienten Verlauf. Nach anfänglich schubförmigem Verlauf gehen nach 10-15 Jahren etwa 30-40% in einen sekundär chronisch progredienten Verlauf über (nach: Schmidt/Hoffmann: Multiple Sklerose, 2006)
Ganz sicher stellt die Unvorhersagbarkeit des Krankheitsverlaufes eine besondere Belastung für Neuerkrankte und ihre Angehörigen dar. Hinzu kommt, dass viele Patienten durch drastische und meist einseitige Darstellungen der MS in Gesundheitsbüchern und Lexika eher noch verunsichert werden.
Gespräche mit dem Arzt, anderen MS-Erkrankten oder Mitarbeitern der DMSG helfen im konkreten Fall, ein realitätsgerechtes Bild von der MS zu bekommen.
Quelle: DMSG