Azathioprin (z. B. ImurekŪ)
Diese früher häufiger in der MS-Behandlung eingesetzte Substanz wird heute aufgrund der unbefriedigenden Studiensituation mit kleinen, z. T. sehr heterogenen Kollektiven und differierenden Ergebnissen lediglich als Reservepräparat in der Basistherapie der schubförmigen MS angesehen (Goodin et al. 2002, Bassetti et al. 2005) und wird mit der Einführung neuer oraler Therapeutika weiter an Bedeutung verlieren. Ein kleine Studie mit 14 Patienten und Rückgang der Gd-Aufnahme im MRT wird die Bewertung nicht relevant beeinflussen, da keine Kontrollgruppe vorlag (Massacesi et al. 2005). Azathioprin findet vor allem noch Anwendung bei Koinzidenz mit anderen Autoimmunerkrankungen oder bei Unverträglichkeit von IFN-β bzw. Ablehnung von Injektionen. Die übliche Tagesdosis liegt bei 2– 3 mg/kgKG. Bis zum gewünschten Wirkungseintritt können 3– 6 Monate vergehen. Während der Therapie müssen regelmäßige Blutbildkontrollen in 2– 4-wöchentlichen Abständen durchgeführt werden. Die Lymphozytenzahl sollte unter der Behandlung mit Azathioprin auf Werte um 600– 1000/μl absinken (C). Bei gastrointestinalen Nebenwirkungen oder stärkeren Blutbildveränderungen sollte eine entsprechende Dosisanpassung bis hin zur Therapiepause erfolgen (Gold u. Rieckmann 2004).
Quelle: Leitlinien der DGN 2008