Cladribin-Tabletten: Neue Real-World-Daten bestätigen klinische Studien

29. März 2019 | Kategorie: Nachrichten zu Medikamenten, Pharma-Meldungen
  • Umfangreiches Studienprogramm erfolgreich angelaufen
  • Mehr Unterstützung bei der MS-Therapie: neuer Informationsservice adveva®

Darmstadt, 29. März 2019 – Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute im Rahmen des Interaktiven MS-Symposiums neue Daten und Informationen rund um Multiple Sklerose (MS) und die Therapie mit MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) präsentiert. Professor Dr. Christoph Kleinschnitz (Essen) und Professor Dr. Dr. Sven Meuth (Münster) stellten aktuelle Real-World-Daten und Patientenfälle zur Behandlung mit Cladribin-Tabletten vor.

Kleinschnitz berichtete über die Patientenkohorte aus dem Universitätsklinikum Essen. „Die bisherigen Praxiserfahrungen bestätigen die guten klinischen Studienergebnisse“, so Kleinschnitz. Die durchschnittliche jährliche Schubrate (N=48) lag vor der Therapie mit Cladribin-Tabletten bei 0,6 und wurde im ersten Jahr der Behandlung signifikant auf 0,1 reduziert (p < 0.001). Nur bei 4 Patienten (8 %) trat in den ersten 12 Monaten nach Therapiebeginn ein Schub auf. Diese konnten gut behandelt werden, sodass die Therapie weitergeführt wurde. „Die Behandlung mit Cladribin-Tabletten läuft so erfolgreich, wie wir es erwartet haben. Wir planen weitere Daten zu erheben und sind gespannt, was zukünftige Auswertungen zeigen werden“, sagte Meuth.

Auch das Nebenwirkungsprofil in der beobachteten Kohorte spiegelte die Ergebnisse der Zulassungsstudien wider. Unter der neuen Behandlung hatten in der ersten Behandlungsphase 53 % der Patienten keine Lymphopenie (> 1000 Zellen pro µL), Herpes Zoster trat nur bei 3,03 % auf. Sowohl Lymphopenien als auch Herpes Zoster waren die häufigsten auftretenden Nebenwirkungen in den Zulassungsstudien.[i]

Am Universitätsklinikum Essen wurden 73 MS-Patienten auf Cladribin-Tabletten eingestellt (Stand Januar 2019) – größtenteils aufgrund von weiterer Krankheitsaktivität während der vorherigen Therapie. Fast 29 % erhielten die Tabletten als Ersttherapie, die weiteren Patienten wurden aufgrund von Nebenwirkungen umgestellt. Meuth ergänzte, warum sich MS-Patienten für eine Behandlung mit Cladribin-Tabletten entschieden hatten: „Viele überzeugt das Anwendungsschema und der geringe Monitoring-Aufwand.“

Dr. Michael Hübschen, Director Medical Affairs Neurologie und Immunologie bei Merck, berichtete über weitere von Merck initiierte Studien zu Cladribin-Tabletten. „Wir wollen die verschiedenen Aspekte der Therapie untersuchen – von dem langfristigen Therapieerfolg des Medikaments bis hin zur Therapiezufriedenheit und Lebensqualität unter Alltagsbedingungen“, erklärte Hübschen. Auch das Thema Schwangerschaft soll vertieft betrachtet werden.

Vorgestellt wurde auch „adveva® Leben mit MS“ – der neue Informationsservice von Merck rund um die MS-Erkrankung. Über die Website www.leben-mit-ms.de und Facebook @MSLeben sind Informationen zum Thema Multiple Sklerose verfügbar. Patienten, die mit Rebif (Interferon beta-1a s.c.) oder MAVENCLAD behandelt werden, unterstützt der Service u. a. mit Broschüren und Videos, die über www.adveva.de abrufbar sind. Registrierte Patienten können außerdem kostenfrei viele weitere Angebote nutzen. Diese beinhalten zum Beispiel die telefonische Betreuung durch speziell für MS ausgebildete Ansprechpartner und eine App mit Erinnerungsfunktion zur Medikamentenanwendung. Auch Tipps zum Wohlbefinden – entwickelt mit MS-Patienten – helfen durch den Alltag. Weitere Informationen sind von Montag bis Freitag (8 bis 20 Uhr) unter der kostenfreien Servicenummer 0800 7324344 erhältlich.

Über MAVENCLAD®

Im August 2017 erteilte die Europäische Kommission (EC) in den 28 Ländern der Europäischen Union und in Island, Liechtenstein und Norwegen die Marktzulassung für MAVENCLAD® für die Behandlung von hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose (RMS). MAVENCLAD® ist jetzt in Deutschland, Kanada, Australien, Argentinien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel, Luxemburg, Dänemark, Norwegen, Schottland und Großbritannien verfügbar. MAVENCLAD® ist in den USA noch nicht zur Behandlung zugelassen.

MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) ist eine orale Kurzzeittherapie, die selektiv und periodisch auf Lymphozyten abzielt, die maßgeblich am Krankheitsgeschehen von Multipler Sklerose (MS) beteiligt sein sollen. Das klinische Entwicklungsprogramm zu Cladribin bei MS umfasst über 10 000 Patientenjahre (inkl. i.v. und oraler Gabe, sowie Placebo-Patienten) mit mehr als 2700 Patienten, darunter Patienten mit einer Nachbeobachtungszeit von über 10 Jahren.

Über Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste, nicht traumatische, zu Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Schätzungen zufolge sind weltweit circa 2,3 Millionen Menschen an MS erkrankt. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie Kraftlosigkeit und Koordinationsprobleme auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.

Die Fach-Pressemitteilung der Merck Serono GmbH, eine Tochtergesellschaft der Merck KGaA, wird lediglich an Journalisten von Fach-Publikationen abgegeben.  

Über Merck

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials tätig. Rund 52.000 Mitarbeiter arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von der Entwicklung präziser Technologien zur Genom-Editierung über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2018 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 14,8 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Performance Materials auftreten


[i] MAVENCLAD® Fachinformation, aktueller Stand

Quelle: Merck Darmstadt

Autor / online gestellt von: JF

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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