Ernährung bei Multipler Sklerose

11. August 2020 | Kategorie: Pharma-Meldungen

Eine Pressemeldung von Celgene

Die Wahl der nächsten Mahlzeit ist für viele Menschen im Alltag zunächst eine Frage der Vorlieben und des Geschmacks, hat darüber hinaus aber auch einen großen Einfluss auf die Gesundheit. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung verbessert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden – besonders Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Multipler Sklerose (MS) können von einer bewussten Ernährungsform profitieren.1

Positive Effekte auf den Krankheitsverlauf bei Multipler Sklerose
Umweltfaktoren haben einen großen Einfluss auf das Risiko einer Erkrankung mit Multipler Sklerose (MS). Zu diesen umweltbedingten Faktoren gehören unter anderem eine geringe Sonnenexposition, Tabakkonsum sowie auch Ernährung und Übergewicht.1-4 Besonders in westlichen Ländern sind die Mahlzeiten sehr kalorienreich und enthalten häufig verarbeitete Lebensmittel und viele tierische Fette.5 Dahingegen kann eine bewusste Ernährung einen positiven Einfluss auf chronische Erkrankungen haben. So konnte bei MS-Patienten, die sich gesund ernährten, ein milderer Krankheitsverlauf beobachtet werden, als bei denen, die sich ungesund ernährten.6 Unter einer gesunden Ernährung werden dabei vor allem fleischarme und ausgewogene Mahlzeiten mit frischem Obst und Gemüse verstanden.6

Die Bedeutung der Darmflora
Der Darm und die dort ansässigen Darmbakterien nehmen großen Einfluss auf sämtliche Organe und das zentrale Nervensystem. Gleichzeitig werden diese Darmbakterien besonders durch die aufgenommene Nahrung beeinflusst. Im Darm gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien (in ihrer Gesamtheit auch Darmflora genannt), die für die Verdauung der aufgenommenen Stoffe (z. B. Ballaststoffe oder Vitamine) mit verantwortlich sind.7, 8
Eine ungesunde Ernährung kann das Gleichgewicht der Darmflora stören und zu einem Verlust der Bakterien-Netzwerke führen. Dieses Ungleichgewicht wird Dysbiose genannt und mit vielen chronischen Erkrankungen – darunter auch MS – als Mitursache in Verbindung gebracht.8 Neben einer ungesunden Ernährung können aber auch Stress, Schlafmangel und Medikamente (besonders Antibiotika) die Darmflora beeinflussen.7, 8

Kurzkettige Fette gegen Entzündungen
Eine gesunde Ernährung erhält aber nicht nur das Gleichgewicht der Darmflora, sondern kann durch die Aufnahme von kurzkettigen Fettsäuren zusätzlich sogar einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf der MS nehmen. Kurzkettige Fettsäuren entstehen während des Abbaus von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst oder Gemüse durch die Darmbakterien und besitzen die Fähigkeit, die sogenannten regulatorischen T-Zellen in der Darmwand zu stärken. Diese T-Zellen übernehmen eine wichtige Funktion im Immunsystem und können den Verlauf der Autoimmunerkrankung MS positiv beeinflussen.9, 10 Neben kurzkettigen Fettsäuren kann auch eine Kalorienreduktion eine antientzündliche Wirkung entfalten.11 Auch die sogenannte ketogene Diät, bei der weniger Kohlenhydrate und vermehrt Fette aufgenommen werden, zeigt eine entzündungshemmende Wirkung.11, 12

Die Ernährung als Therapie bei MS?
Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit vielen Ballaststoffen, frischem Gemüse und Obst bietet also viele Vorteile – nicht nur für einen positiven Einfluss auf die MS-Erkrankung, sondern auch für das allgemeine Wohlbefinden. Generell sollten Ernährungsumstellungen jedoch stets mit dem Arzt besprochen werden.13 Die komplexe Rolle der Ernährung und Darmbakterien bei der MS bedarf zukünftig weiterer Forschung.

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Weiterführende Informationen
Website der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) e. V.:
https://www.dmsg.de/

Website der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg (AMSEL) e. V.:
https://www.amsel.de/

Referenzen
1. Lauer K. Neurology. 1997;49(2 Suppl 2):S55–61
2. Ascherio A, Munger KL. Ann Neurol. 2007;61(6):504–513.
3. Hedström AK, et al. Brain. 2011;134(Pt 3):653–664.
4. Hedström AK, et al. Mult Scler. 2016;22(7):878–883.
5. Manzel A, et al. Curr Allergy Asthma Rep. 2014;14(1):404.
6. Fitzgerald KC, et al. Neurology. 2018;90(1):e1–e11.
7. van den Hoogen WJ, et al. Front Immunol. 2017;8:1081.
8. Karl JP, et al. Front Microbiol. 2018;9:2013.
9. Duscha A, et al. Cell. 2020;180(6):1067–1080.e16.
10. Morrison DJ, Preston T. Gut Microbes. 2016;7(3):189–200.
11. Cignarella F, et al. Cell Metab. 2018;27(6):1222–1235.e6.
12. Armeno M, Caraballo R. Epilepsy Res. 2020;163:106340.
13. Lichtenstein S. Aktuelle Ernährungsmedizin. 2015;40(04):247–255.

Quelle: Celgene

Autor / Online gestellt: CWF

Hinweis:


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