Fragen Sie den Experten: Online Arzt-Sprechstunde zum Thema NMOSD und Multiple Sklerose

30. November 2021 | Kategorie: Nachrichten zur MS

Multiple Sklerose und NMOSD: ähnliche Symptome, unterschiedliche Erkrankung. Am 08.12.2021 beantwortet Priv.-Doz. Dr. med. Ilya Ayzenberg Ihre Fragen zum Thema Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD).

Was ist NMOSD?

Lange Zeit wurde die Neuromyelitis optica, auch Devic-Syndrom genannt, als seltene Sonderform der MS betrachtet. Im Jahr 2004 konnten Forscher einen spezifischen Antikörper gegen den Wasserkanal Aquaporin-4 identifizieren, was die Abgrenzung zur MS erlaubte und die Diagnostik und Therapie grundlegend änderte. Wie die MS kann auch die Neuromyelitis optica in verschiedenen Formen auftreten und wird daher seit Einführung der neuen Diagnosekriterien von 2015 Neuromyelitis optica Spektrum-Erkrankung (abgekürzt NMOSD von englisch Neuromyelitis optica spectrum disorder) genannt.

Gemeinsam ist beiden Erkrankungen, dass sie in der Regel schubförmig verlaufen und bei der NMOSD oft – aber nicht immer – ähnliche Symptome wie bei der MS auftreten können. Diagnostiziert wird die NMOSD aufgrund spezifischer Blut-, seltener auch Liquormerkmale, und typischer Befunde in der klinischen Untersuchung und der Kernspintomographie.

Was macht die NMOSD aus?

Bei der NMOSD sind Aquaporin-4-Antikörper im Blut nachweisbar, die über eine Kaskade von immunologischen Reaktionen zu Entzündung im Zentralnervensystem führen und so die Nervenzellen schädigen, ebenso wie deren Schutzhüllen und die Sternzellen (Astrozyten), die die Nervenzellen strukturell und funktionell unterstützen. Aquaporin-4-Antikörper entstehen im Rahmen einer Autoimmunreaktion, bei der das Abwehrsystem des Körpers eigenes Gewebe für fremd hält und durch Antikörperbildung angreift. Die Ursachen der autoimmunen Antikörperbildung sind nicht abschließend geklärt, von einer genetischen Veranlagung wird ausgegangen.

MS Connect-Sprechstunde am 08.12.2021

Der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft bietet auf der Online-Plattform MS Connect Arzt-Sprechstunden zum Thema NMOSD an.

Am Mittwoch, den 08.12.021, beantwortet Priv.-Doz. Dr. med. Ilya Ayzenberg, Klinik für Neurologie (im St. Josef Hospital) Bochum, ab 17:00 Uhr Ihre Fragen zum Thema Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD).

Die Gruppe auf MS Connect, in der Sie Ihre Fragen einstellen können, ist ab Dienstagmorgen, den 07.12.21 geöffnet. Bitte beachten Sie, dass die Beiträge der Sprechstunden in anonymisierter Form als Protokoll auf der Website www.dmsg.de wiedergegeben werden können. Die Fragen und Antworten aus den Arzt-Sprechstunden können Sie im Nachgang hier lesen.

So kommen Sie zur Sprechstunde

Um an der Sprechstunde teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei MS Connect an.

Auch für noch nicht auf der Austauschplattform der DMSG Registrierte ist die Teilnahme sofort nach dem Registrierungsprozess möglich. Sie können MS Connect, auch als Nichtmitglied, sechs Wochen lang testen. Hier gelangen Sie zu der Anmeldung: https://www.msconnect.de/user/register

Mehr über die seltene Erkrankung NMOSD finden Sie auf der Website der Neuromyelitis optica Studiengruppe (NEMOS): https://www.nemos-net.de/ und unter folgendem Link auf unserer Seite: https://www.bit.ly/dmsg-bundesverband-was-ist-nmosd.

Auch die Beratungsstellen der DMSG-Bundesverbände beraten zu NMOSD.
Eine Übersicht der Landesverbände in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Quelle: DMSG-Bundesverband e.V.

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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