MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten)


Die wichtigsten Fakten im Überlick

MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) der Firma Merck zählt zur Gruppe der Eskalationstherapeutika.

MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) von Merck ist eine orale Kurzzeittherapie, die selektiv und periodisch auf Lymphozyten abzielt, die maßgeblich am Krankheitsgeschehen von Multipler Sklerose (MS) beteiligt sein sollen.

MAVENCLAD® wurde im August 2017 in der EU für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit hoher Krankheitsaktivität gemäß definierter klinischer oder bildgebender Kriterien zugelassen.

Das klinische Entwicklungsprogramm zu MAVENCLAD® bei MS umfasst Daten von über 12.000 Patientenjahren mit mehr als 2.700 Patienten, darunter Patienten mit einer Nachbeobachtungszeit von bis zu 10 Jahren. Zu diesen klinischen Studien zählen die Phase-III-Studien CLARITY, CLARITY EXTENSION und ORACLE MS, die Phase-II-Studie ONWARD sowie das Langzeitregister zur Sicherheit PREMIERE.

Quelle: Merck, Darmstadt


In der Pressemeldung anläßlich der FDA Zulassung (März 2019) erklärte Dr. Michael Hübschen, Medical Director Neurologie und Immunologie bei Merck: Die uns mittlerweile seit Zulassung in der EU vorliegenden Daten bestätigen das in den Studien etablierte Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Bis heute gibt es keinen beschriebenen Fall einer PML. Entsprechend bedurfte es diesbezüglich seit 2017 keiner Aktualisierung der Zulassungstexte der europäischen Zulassungsbehörde EMA.

Quelle: Merck, Darmstadt

Mavenclad® (Cladribin Tabletten)

Cladribin (Mavenclad®) wird als Tablette über 2 Jahre in 4 Zyklen von jeweils 5 Tagen eingenommen. Es ist zugelassen für Patienten mit hochaktiver schubförmiger Multipler Sklerose. Bei einem Teil der Patienten reduziert es die Häufigkeit von Schüben und hält die Zunahme der Behinderung auf. Dass Cladribin so selten eingenommen werden muss, liegt daran, dass das Medikament das Immunsystem sehr langfristig beeinflusst. Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Cladribin in Studien auftraten, waren Kopfschmerzen und eine Verminderung der weißen Blutzellen. Diese Verminderung betrifft vor allem eine Untergruppe dieser Zellen, die Lymphozyten. Die Anzahl der weißen Blutzellen muss deshalb in regelmäßigen Abständen bestimmt werden („großes Blutbild“). Wenn die Zahl der Lymphozyten unter einen bestimmten Grenzwert fällt, sollte keine Medikamentengabe erfolgen, bis sich die Werte wieder normalisiert haben.

Cladribin wird in insgesamt 4 Behandlungszyklen über 2 Jahre eingenommen. In beiden Jahren gibt es je 2 Behandlungszyklen von 4 – 5 Tagen im Abstand von 1 Monat. Patienten erhalten jeweils in Monat 1 und 2 sowie Monat 13 und 14 der Behandlung 4 bis 5 Tage lang Cladribin-Tabletten. Wie viele Tabletten ein Patient genau einnehmen muss, richtet sich nach dem Körpergewicht des Patienten.

Quelle: DMSG / KKNMS


Für Sie ausgewählte Quellen im Internet

Auf der Website der Europäischen Arneimittel-Agentur (EMA) findet sich der öffentliche Beurteilungsbericht (EPAR) zu MAVENCLAD®:

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS (EPAR)

Zulassung in den USA:

Pressemeldung der Food and Drug Organisation (FDA)

Gesundheitsinformation.de: Cladribin (Mavenclad) bei multipler Sklerose


Video: Mavenclad®-Patientenerfahrungen und Expertenmeinung

Erfahrungen von Patienten mit der MS-Therapie Mavenclad® und Einschätzung von MS-Experten bzgl. Indikation und Wirksamkeit von Mavenclad®.


Mavenclad® als neue Kurzzeittherapie bei MS

Einführung in die Indikation und Wirkungsweise von Mavenclad®. Persönliche Erfahrungen einer Betroffenen werden geschildert.


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Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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