PONVORY® (Ponesimod)


Ponvory® ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Erwachsenen mit schubförmig verlaufenden aktiven
Formen von Multipler Sklerose. Ponvory ist als Tabletten erhältlich. In den ersten zwei Wochen nimmt der Patient die Tabletten einmal täglich ein, wobei die Dosis von 2 mg auf 10 mg erhöht wird. Nach zwei Wochen nimmt der Patient eine einzelne 20 mg-Tablette einmal täglich ein.

Wie wirkt Ponvory?

Der Wirkstoff in Ponvory, Ponesimod, blockiert T- und B-Zellen (zwei Arten weißer Blutkörperchen, die
zum Immunsystem gehören) in den Lymphknoten. Ponesimod tut dies, indem es an ein Ziel
(Rezeptor), den sogenannten Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor, auf der Oberfläche von T-Zellen und B-
Zellen bindet, den die Zellen benötigen, um die Lymphknoten zu verlassen. Durch das Blockieren
dieser Zellen in den Lymphknoten verhindert Ponvory, dass sie zum Gehirn und Rückenmark wandern,
und begrenzt so die Schäden, die sie bei Patienten mit Multipler Sklerose verursachen.

Welchen Nutzen hat Ponvory in den Studien gezeigt?

Eine Hauptstudie, an der 1.133 Erwachsene mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose
teilnahmen, zeigte, dass Ponvory® bei der Reduzierung der Zahl der Schübe wirksamer war als ein
anderes Arzneimittel gegen Multiple Sklerose, Teriflunomid. Nach zweijähriger Behandlung betrug die
durchschnittliche Zahl der Schübe pro Jahr bei Patienten unter Ponvory 0,2 verglichen mit 0,3 bei
Patienten, die Teriflunomid einnahmen. Die durchschnittliche Zahl der Schübe innerhalb eines Jahres
wurde bei Patienten, die Ponvory® einnahmen, im Vergleich zu Patienten, die Teriflunomid einnahmen,
um etwa ein Drittel reduziert.

Welche Risiken sind mit Ponvory verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Ponvory (die mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen können) sind
Entzündungen der Nase und des Rachens sowie erhöhte Leberenzymwerte. Die vollständige Auflistung
der im Zusammenhang mit Ponvory berichteten Nebenwirkungen ist der Packungsbeilage zu
entnehmen. Ponvory darf bei Patienten, die kürzlich bestimmte Herzprobleme oder einen Schlaganfall hatten, oder
bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen, einem stark geschwächtem Immunsystem, schweren oder
chronischen Infektionen, Krebs oder mittelschweren bis schweren Leberproblemen nicht angewendet
werden. Es darf auch nicht bei Schwangeren oder Frauen angewendet werden, die schwanger werden
können und kein zuverlässiges Verhütungsmittel verwenden. Die vollständige Auflistung der
Einschränkungen ist der Packungsbeilage zu entnehmen.

Quelle: EMA

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS (EPAR)

Nutzenbewertung

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit
im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Ponesimod gemäß
§ 35a SGB V beauftragt. Die Bewertung erfolgt auf Basis eines Dossiers des pharmazeutischen
Unternehmers (pU). Das Dossier wurde dem IQWiG am 14.06.2021 übermittelt.

Indikation: erwachsene Patientinnen und Patienten mit schubförmiger multipler Sklerose (RMS)

Ergebnis der Dossierbewertung:

  • Erwachsene mit RMS, die bislang noch keine krankheitsmodifizierende Therapie erhalten haben, oder mit krankheitsmodifizierender Therapie vorbehandelte erwachsene Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung nicht hochaktiv ist: Zusatznutzen nicht belegt.
  • Erwachsene mit RMS mit hochaktiver Erkrankung trotz Behandlung mit einer krankheitsmodifizierenden Therapie: Zusatznutzen nicht belegt.

Hinweis:

Nach Abschluss der Bewertung durch das IQWiG führt der G-BA ein Stellungnahmeverfahren durch. Dieses kann ergänzende Informationen liefern und in der Folge zu einer veränderten Nutzenbewertung führen. Weitere Informationen und den Beschluss zur frühen Nutzenbewertung finden Sie auf der entsprechenden Internetseite des G-BA.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


Mehr Informationen über die Therapie der Multiple Sklerose

Diese Website beschäftigt sich nur wenig mit der Definition / den Ursachen / der Diagnose etc. der Multiplen Sklerose. Es geht auf dieser Website mehr um die unterschiedlichen Medikamente, die zur zur Behandlung der MS eingesetzt werden. Und zwar hier hauptsächlich in der Eskalationstherapie.

Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten.

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