Merck erweitert seine Pipeline zu neuroinflammatorischen Erkrankungen durch Akquisition von Chord Therapeutics

3. Januar 2022 | Kategorie: Pharma-Meldungen
  • Übernahme ermöglicht Entwicklung von Cladribin bei generalisierter Myasthenia gravis (gMG) und Neuromyelitis-optica-Spektrumerkrankungen (NMOSD)
  • Cladribin wirkt selektiv auf B- und T-Zellen, wesentlichen Treibern für Autoimmunerkrankungen wie NMOSD und gMG
  • Fokussierte Expansion im Bereich neuroinflammatorische Erkrankungen aufbauend auf bestehendem Neurologie-Portfolio zu Multipler Sklerose (MS) 

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat eine strategische Erweiterung seiner Neurologie-Pipeline bekannt gegeben. Das Unternehmen erwarb die globalen Entwicklungsrechte an Cladribin für die Indikationen generalisierte Myasthenia gravis (gMG) und Neuromyelitis-optica-Spektrumerkrankungen (NMOSD) im Zuge der Akquisition von Chord Therapeutics, einem auf seltene entzündliche Erkrankungen des Nervensystems spezialisierten Schweizer Biotechnologieunternehmen.

„Cladribin hat einen einzigartigen und für Antikörper-vermittelte Erkrankungen wie NMOSD und gMG relevanten Wirkmechanismus. In explorativen Studien zeigte Cladribin vielversprechende Ergebnisse bei diesen Erkrankungen. Die Daten haben uns dazu bewogen, die Weiterentwicklung von Cladribin bei gMG und NMOSD anzustoßen, um den betroffenen Patienten potenziell eine neue Behandlungsoption anbieten zu können und unser Portfolio in diesem Bereich zu erweitern“, sagte Dr. Danny Bar-Zohar, globaler Leiter der Entwicklung im Unternehmensbereich Healthcare von Merck.

Bei Cladribin handelt es sich um ein gut charakterisiertes Molekül, das im Bereich MS und Krebserkrankungen umfassend untersucht wurde und in explorativen Studien zu gMG und NMOSD vielversprechende Ergebnisse zeigte. Merck will aufbauend auf seinen bestehenden Kompetenzen die Entwicklung eines oralen Cladribin-Präparats speziell für diese Indikationen vorantreiben. Der Abschluss der Transaktion wird für Anfang 2022 erwartet, nachdem die üblichen Vollzugsbedingungen ordnungsgemäß erfüllt wurden.

Bei der generalisierten Myasthenia gravis handelt es sich um eine Erkrankung, die sich durch Muskelschwäche manifestiert und Muskeln von Augen, Gliedmaßen und Atemwege betrifft. Sie führt zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität der betroffenen Menschen. Ihre Zahl wird weltweit auf 700.000 geschätzt. NMOSD, auch als Devic-Syndrom bezeichnet, ist eine Autoimmunerkrankung, die aufgrund ähnlicher Symptome oft als MS fehldiagnostiziert wird. Weltweit wird die Zahl der Betroffenen auf 200.000 geschätzt.

Über Chord Therapeutics

Chord Therapeutics ist ein in der Schweiz ansässiges Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt auf der klinischen Entwicklung von Arzneimitteln für seltene, lebensbedrohliche und zu schweren Behinderungen führende Erkrankungen. Das Unternehmen widmet sich der Weiterentwicklung seines Leitkandidaten CRD1 (Cladribin) für die Behandlung von generalisierter Myasthenia gravis (gMG) sowie Neuromyelitis-optica-Spektrumerkrankungen (NMOSD). In den USA wurde für diese Indikationen bereits der Orphan-Drug-Status erteilt. Chord Therapeutics wurde im 2014 gegründet und startete mit der Serie A Finanzierung von Omega Funds als Alleinvestor, einem führenden internationalen Risikokapitalgeber mit Fokus auf der Bereitstellung wirksamer Medikamente für Patienten.

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Über Merck

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Healthcare, Life Science und Electronics tätig. Rund 58.000 Mitarbeiter arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von der Entwicklung präziser Technologien zur Genom-Editierung über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2020 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Electronics auftreten.

Quelle: Merck, Darmstadt

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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