MSnetWork – Netzwerk stärkt Teilhabe von Patienten mit Multipler Sklerose

3. März 2022 | Kategorie: Medien - Für Sie gelesen

Das Verbundprojekt MSnetWork soll die Lebens- und Arbeitssituation von MS-Erkrankten im erwerbsfähigen Alter deutlich verbessern. Durch gezielte Maßnahmen, die von der behandelnden neurologischen Praxis koordiniert werden, soll die Gesundheit gefördert und Arbeitsunfähigkeit von chronisch Erkrankten verhindert bzw. reduziert werden. Das Innovationsfonds-Projekt wird für vier Jahre mit insgesamt 4,1 Millionen Euro vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss gefördert. Die Ergebnisse werden durch die Universität Greifswald und die Universitätsmedizin Greifswald wissenschaftlich evaluiert.

Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Die Erstdiagnose wird meist bei Menschen jüngeren Alters zwischen 20 und 40 Jahren gestellt. Die Krankheit bedeutet für viele Betroffene einen Verlust bzw. eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aktuell ist die Hälfte der Erkrankten im erwerbsfähigen Alter vorzeitig berentet und nur ein Drittel der Erwerbstätigen arbeitet in Vollzeit. Somit steht MS prototypisch für chronische Erkrankungen, die die Arbeitsfähigkeit und die Teilhabe am Arbeitsleben gefährden oder mindern.

Das Projekt MSnetWork verfolgt einen sozialleistungsträgerübergreifenden Ansatz zur Verbesserung der Versorgung von MS-Patientinn*en. Dabei wird auf ein integriertes Netzwerk unterschiedlicher Leistungsträger gesetzt. Es werden Versorgungsangebote gebündelt, um durch einen koordinierten Abruf von Leistungen Betroffenen die jeweils erforderliche Behandlung anbieten zu können.

Unter anderem gibt es regelmäßige Untersuchungen des Gesundheitsstatus, der Teilhabemöglichkeiten sowie der Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. In Abstimmung mit den weiteren Beteiligten in MSnetWork übernimmt, initiiert und koordiniert die neurologische Praxis die Versorgung der teilnehmenden Patientinn*en. Zusätzlich sind beispielsweise arbeitsmedizinische Untersuchungen im Arbeitsumfeld, psychosoziale und sozialrechtliche Beratung, Schulungen in Gruppen und spezielle Informationsangebote sowie frühzeitige ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen geplant. Die Teilnahmedauer beträgt 24 Monate.

Der Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre der Universität Greifswald (Prof. Dr. Steffen Fleßa) und das Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald (Prof. Dr. Thomas Kohlmann) übernehmen die wissenschaftliche Evaluation der neuen Versorgungsform in MSnetWork. Die Universitätsmedizin Greifswald untersucht dabei in erster Linie die Teilhabe von MS-Betroffenen am Arbeits- und Sozialleben sowie den Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Für die Universität Greifswald liegt das Augenmerk vornehmlich auf den durch die Arbeitsunfähigkeit entstehenden Kosten, den Behandlungskosten, der Wirksamkeit und dem Umsetzungspotenzial für die Regelversorgung.

Die Rekrutierungsphase für Ärzte und Patienten aus Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Berlin und Brandenburg startete im Januar 2022. Ein Teilnahmebeginn für Patienten ist bis 31. Dezember 2022 möglich. Informationen zu den Einschlusskriterien und zur Versorgungsform finden sich auf der Website des Projektes MSnetWork https://www.msnetwork.info/.
Neben der Universität Greifswald www.rsf.uni-greifswald.de und der Universitätsmedizin Greifswald https://www2.medizin.uni-greifswald.de/icm/index.php?id=625 sind der Bundesverband Deutscher Neurologen e. V. (Konsortialführung) https://www.berufsverband-neurologen.de/, die GWQ ServicePlus AG https://www.gwq-serviceplus.de/ und der Verband Deutscher Betriebs- und Werkärzte Berlin e. V. https://www.vdbw.de/index.php?id=319 am Projekt beteiligt.

Weitere Informationen
Projektwebsite MSnetWork https://www.msnetwork.info/
Informationen beim Gemeinsamen Bundesausschuss https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/neue-versorgungsformen/msnetwork-netzwerk-zur-staerkung-der-teilhabe-von-chronisch-kranken-am-beispiel-von-ms.438

Förderkennzeichen: 01NVF20025

Quelle: Universität Greifswald

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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