Neues aus der Forschung

17. Februar 2021 | Kategorie: Medien - Für Sie gelesen

Eine Pressemeldung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) veröffentlichen neueste Erkenntnisse aus klinischer und Grundlagenforschung. Hier einige Hinweise auf aktuelle Publikationen und Forschungsprojekte.

Publikation: Vermeidung der Ansiedlung von Immunzellen im Gehirn als neues therapeutisches Ziel für die Multiple Sklerose

Immunzellen mit spezifischen Eigenschaften siedeln sich im Krankheitsverlauf der Multiple Sklerose im Gehirn an. Dies haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Oxford in einer Studie herausgefunden. Außerdem konnten sie zeigen, welche Angriffspunkte es für künftige Therapien gibt, um diese Immunzellen zu unterdrücken oder abzuräumen, bevor sie sich im Hirn ansiedeln können. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in der Fachzeitschrift Med veröffentlicht.

„Es war eine große methodische Herausforderung, Immunzellen aus dem Gehirn lebender Menschen einer Analyse zugänglich zu machen“, sagt Dr. Max Kaufmann aus der Klinik und Poliklinik für Neurologie und Erstautor der Studie. Dies gelang dem Team durch neueste Sequenzierungstechniken und einer geschickten Auswahl von Proben, bei denen die Zellen medikamentös in den Blutkreislauf gedrängt wurden. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass eine Einnistung von Immunzellen im Hirn ein wichtiger Faktor für die Therapieresistenz späterer Erkrankungsstadien der Multiple Sklerose sein könnte. Gleichzeitig zeigen wir, dass sich diese Zellen in frühen Erkrankungsstadien ins Blut mobilisieren lassen, sodass die Hoffnung besteht, sie dort mit neu entwickelten Therapeutika zu bekämpfen“, sagt Prof. Dr. Manuel Friese, Direktor des Instituts für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose des UKE und Leiter des Forschungsteams. Bisherige Therapien unterdrücken Krankheitsschübe in einer frühen Phase der Multiple Sklerose, verhindern jedoch nicht, dass im Verlauf mehr und mehr Hirngewebe geschädigt wird.

Literatur: Kaufmann M et al., Identifying CNS-colonizing T cells as potential therapeutic targets to prevent progression of multiple sclerosis. Med. 2021.

DOI: https://doi.org/10.1016/j.medj.2021.01.006

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Das 1889 gegründete Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist eine der modernsten Kliniken Europas und mit rund 13.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Hamburg. Pro Jahr werden im UKE rund 511.000 Patientinnen und Patienten versorgt, 106.000 davon stationär und 405.000 ambulant. Zu den Forschungsschwerpunkten des UKE gehören die Neurowissenschaften, die Herz-Kreislauf-Forschung, die Versorgungsforschung, die Onkologie sowie Infektionen und Entzündungen. Über die Medizinische Fakultät bildet das UKE rund 3.400 Mediziner und Zahnmediziner aus.

Wissen – Forschen – Heilen durch vernetzte Kompetenz: Das UKE. | www.uke.de

Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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