Patientenrekrutierung für klinische Phase-III-Studien zu Evobrutinib vor Start der ECTRIMS 2021 abgeschlossen

4. Oktober 2021 | Kategorie: Pharma-Meldungen

Pressemeldung Merck vom 4. Oktober 2021

  • Prüftherapie Evobrutinib erster Brutontyrosinkinase-Inhibitor in Phase-III-Studienprogramm zu RMS, das Patientenaufnahme abgeschlossen hat
  • Auf der ECTRIMS vorgetragene Daten zeigen positiven Einfluss von Evobrutinib auf wichtige Biomarker für Krankheitsprogression
  • Neue unabhängige Daten belegen für Patienten unter Therapie mit MAVENCLAD® gestiegene IgG-Antikörpertiter nach Komplettimpfung mit mRNA-basiertem COVID-19-Impfstoff analog zu Allgemeinbevölkerung

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass die Studienaufnahme in das klinische Phase-III-Programm EVOLUTION RMS zur Wirksamkeit und Sicherheit des Brutontyrosinkinase-Inhibitors (BTKi) Evobrutinib bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) abgeschlossen ist. Erreicht wurde dieser Meilenstein kurz vor der 37. Jahrestagung des European Committee for Treatment and Research In Multiple Sclerosis (ECTRIMS), die vom 13. – 15. Oktober 2021 virtuell stattfindet. Auf der ECTRIMS werden in diesem Jahr 39 Abstracts aus dem Portfolio des Unternehmens zu Multipler Sklerose (MS) vorgestellt. Die Daten werden im Rahmen von zwei mündlichen Präsentationen und einem Late-breaking-ePoster zu Evobrutinib sowie einem Late-breaking-ePoster zu MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten) vorgestellt, darunter neue Interimsdaten zu Patienten-berichteten Verbesserungen der Lebensqualität (QoL) sowie neue unabhängige Daten zu MAVENCLAD-Patienten nach abgeschlossener Impfserie mit einem mRNA-basierten COVID-19-Impfstoff.

„In der Bandbreite unserer auf der ECTRIMS vorgestellten Daten in Verbindung mit der zügigen Aufnahme von Patienten in unser klinisches Phase-III-Studienprogramm EVOLUTION RMS zeigt sich einmal mehr unser Engagement, die Grenzen der MS-Forschung immer weiter zu verschieben“, sagte Danny Bar-Zohar, globaler Leiter der Entwicklung des Unternehmensbereichs Healthcare von Merck. „Mit der weiteren Erhebung neuer Daten zu MAVENCLAD und dem positiven Effekt, den diese Therapie auf Menschen mit RMS haben kann, sowie zu dem in der Entwicklung voranschreitenden Prüfpräparat Evobrutinib mit seinem dualen Wirkmechanismus, der sowohl auf B-Zellen als auch angeborene Immunzellen im zentralen und peripheren Nervensystem abzielt, wollen wir den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen von Menschen mit RMS Rechnung tragen.”

Überblick über die wichtigsten Daten zu MAVENCLAD®:

  • Aktualisierte Real-World-Sicherheitsdaten aus der Anwendungsbeobachtung von MAVENCLAD belegen, dass sich das Sicherheitsprofil nach wie vor mit dem der Phase-III- bzw. laufenden Phase-IV-Studien deckt. Ferner liefern die Daten Belege dafür, dass MAVENCLAD-Patienten kein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe zu haben scheinen.
  • Eine unabhängige offene Studie belegte für MAVENCLAD-Patienten nach abgeschlossener Impfserie mit einem mRNA-basierten COVID-19-Impfstoff gestiegene IgG-Antikörpertiter analog zu gesunden Kontrollpersonen.
  • Einer neuen Interimsanalyse der Phase-IV-Studie CLARIFY-MS zufolge berichten RMS-Patienten eine Verbesserung ihres körperlichen und mentalen Gesundheitszustands nach dem ersten Jahr der MAVENCLAD-Therapie.
  • Praxisdaten zu MAVENCLAD aus dem MSBase Registry belegen vergleichbare Therapieadhärenz und annualisierte Schubrate wie in klinischen Studien beobachtet.
  • Überblick über neueste Daten:
    • Langzeitwirksamkeit bei Patienten, die mit Cladribin-Tabletten in den Studien CLARITY/CLARITY EXTENSION behandelt wurden: erste Ergebnisse aus der 9- bis 15-jährigen Nachbeobachtung der Studie CLASSIC-MS
    • Studie zu Cladribin-Tabletten nach Behandlung mit Natalizumab (CLADRINA) – Interimsanalysen

Zu den wichtigsten Daten zu Evobrutinib gehören:

  • Daten aus einer Post-hoc-Analyse der Phase-II-Studie zu Evobrutinib belegen eine Reduzierung des Volumens sich langsam vergrößernder Läsionen (SELs) – ein in-vivo MRT-Befund, der mit einem chronisch-aktiven Entzündungsstatus und Axonenverlust im zentralen Nervensystem (ZNS) korreliert und prädiktiv für eine spätere Krankheitsprogression zu klinischer MS sein könnte.
  • Ergebnisse derselben Studie zeigen, dass erhöhte Baseline-Konzentrationen der leichten Kette des Neurofilaments (NfL), einem Biomarker für Nervenschädigung, in der Studie prädiktiv für eine erhöhte Schubrate und Krankheitsaktivität in Form von Läsionen im MRT-Befund waren. Zudem senkte Evobrutinib signifikant diese zwei Parameter – Läsionen im MRT-Befund und Schubrate.
  • Die Charakterisierung des Sicherheitsprofils von Evobrutinib bei mehr als 1000 Patienten aus klinischen Phase-II-Studien zu MS, rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes belegt, dass Evobrutinib (alle Dosierungen) in allen Indikationen im Allgemeinen gut vertragen wurde und erhöhte Leberenzyme asymptomatisch und reversibel waren.

Weitere Aktivitäten von Merck auf der ECTRIMS 2021:

  • Satellitensymposium: „Supporting patient needs in MS every step of the way” – unter gemeinsamer Leitung von Prof. Gavin Giovannoni, Professor für Neurologie an der britischen Barts and The London School of Medicine and Dentistry, und Prof. Barbara Kornek, Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universtität Wien (13. Oktober 2021, 15:00 – 16:00 Uhr MESZ)
  • Medizinisches Fortbildungssymposium „MS innovation in practice: the continuing search for novel therapeutic targets” – unter gemeinsamer Leitung von Prof. Patrick Vermersch, Vizepräsident für Forschung in den Bereichen Biologie und Gesundheitswissenschaften an der Universität Lille, Frankreich, und Dr. Xavier Montalban, Vorsitzender und Leiter der Abteilung für Neurologie und Neuroimmunologie sowie der Einheit für Neurorehabilitation des Katalanischen Zentrums für Multiple Sklerose (Cemcat) des Universitätsklinikums Vall d’Hebron in Barcelona, Spanien (13. Oktober 2021, 17:45 – 18:45 MESZ). An der Teilnahme interessierte Medizin- und Gesundheitsjournalisten können sich unter folgendem Link registrieren: merckneurology.com/newsroom

Aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten auf der ECTRIMS sowie zukünftige Daten und Informationen finden Sie auf merckneurology.com/newsroom. Folgen Sie uns auch auf Twitter unter @MerckHealthcare und bei LinkedIn: Healthcare Business of Merck #ECTRIMS2021 #MSInsideOut

Über MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten)

MAVENCLAD® ist eine orale Kurzzeittherapie, die selektiv und periodisch auf Lymphozyten abzielt, die maßgeblich am Krankheitsgeschehen der schubförmigen MS (RMS) beteiligt sein sollen. Im August 2017 erteilte die Europäische Kommission in 28 Ländern der Europäischen Union plus Norwegen, Liechtenstein und Island die Marktzulassung für MAVENCLAD® für die Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose (RMS). MAVENCLAD® wurde seitdem in mehr als 80 Ländern zugelassen, darunter Kanada, Australien und die USA. Mehr Informationen erhalten Sie in der jeweiligen Verschreibungsinformation.

Das klinische Entwicklungsprogramm zu Cladribin-Tabletten umfasst folgende Studien:

– CLARITY (Cladribine Tablets Treating MS Orally): Zweijährige placebokontrollierte Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin-Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit RRMS.

– CLARITY Extension: Placebokontrollierte Erweiterungsstudie der Phase III zur zweijährigen CLARITY-Studie, die die Sicherheit und explorative Wirksamkeit von Cladribin-Tabletten zwei weitere Jahre über CLARITY hinaus gemäß dem Verabreichungsschema für die Behandlungsjahre 3 und 4 untersuchte.

– ORACLE MS (Oral Cladribine in Early MS): Zweijährige placebokontrollierte Phase-III-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Cladribin-Tabletten als Monotherapie bei Patienten mit Risiko für die Entwicklung von MS (Patienten, bei denen ein erstes klinisches Ereignis auf MS hinweist).

– ONWARD (Oral Cladribine Added ON to Interferon beta-1a in Patients With Active Relapsing Disease): Placebokontrollierte Phase-II-Studie primär zur Bewertung der Sicherheit und Verträglichkeit von Cladribin-Tabletten als Zusatztherapie bei Patienten mit schubförmiger MS, bei denen während der etablierten Behandlung mit Interferon beta ein aktiver Schub stattgefunden hat.

– PREMIERE (Prospective Observational Long-term Safety Registry of Multiple Sclerosis)-Studie: Langzeitnachbeobachtung aus dem Sicherheitsregister zu Patienten mit MS, die an klinischen Studien mit Cladribin-Tabletten teilgenommen haben.

In der zweijährigen CLARITY-Studie wurde bei Patienten, die mit Cladribin-Tabletten behandelt wurden, als häufigstes unerwünschtes Ereignis (UE) Lymphopenie angegeben (26,7 % unter Cladribin-Tabletten und 1,8 % unter Placebo). Die Inzidenz von Infektionen lag bei 48,3 % unter Behandlung mit Cladribin-Tabletten und 42,5 % unter Placebo, wobei 99,1 % bzw. 99,0 % von den Prüfärzten als leicht bis mäßig schwer bewertet wurden. Aus anderen klinischen Studien wurden ähnliche unerwünschte Ereignisse berichtet.

Über Rebif®

Rebif® (Interferon beta-1a) ist ein krankheitsmodifizierendes Medikament zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS). Es ähnelt dem körpereigenen Interferon-beta-Protein. Die Wirksamkeit von Rebif® bei chronisch-progredienter MS ist nicht nachgewiesen. Man nimmt an, dass Interferon beta an der Verringerung von Entzündungen beteiligt ist. Der genaue Mechanismus ist unbekannt.

Rebif® wurde 1998 in Europa und 2002 in den USA zugelassen und ist in mehr als 90 Ländern weltweit registriert. Rebif® verzögert nachweislich Behinderungsprogression und reduziert Schubrate sowie Ausdehnung und Aktivität der mittels Kernspintomographie sichtbaren Läsionen.*

Rebif® kann mit dem elektronischen Autoinjektor RebiSmart® verabreicht werden (nicht zugelassen in den USA) oder dem Einweg-Pen RebiDose® für den einmaligen Gebrauch. Für die manuelle Injektion steht der Pen RebiSlide™ mit Mehrfachdosen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es den Autoinjektor Rebiject II® sowie gebrauchsfertige vorgefüllte Spritzen für die manuelle Injektion. Diese Injektionshilfen sind nicht in allen Ländern zugelassen.

Im Januar 2012 genehmigte die Europäische Kommission die Indikationserweiterung von Rebif® zur Anwendung bei Multipler Sklerose im Frühstadium. Diese Indikationserweiterung für Rebif® ist in den USA nicht beantragt worden.

Bei Patienten mit vorangegangenen Depressionen, Lebererkrankungen, Funktionsstörungen der Schilddrüse und Krampfanfällen sollte Rebif® mit Vorsicht angewendet werden. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören grippeähnliche Symptome, Reaktionen an der Einstichstelle, Erhöhung der Leberenzymwerte und Anomalien des Blutbilds. Patienten, vor allem Personen mit Depressionen, Krampfanfällen oder Leberfunktionsstörungen, sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob Rebif® das geeignete Medikament für sie ist.

*Die genaue Korrelation zwischen den MRT-Befunden und dem aktuellen bzw. zukünftigen klinischen Zustand von Patienten, einschließlich der Behinderungsprogression, ist nicht näher bekannt.

Rebif® (Interferon beta-1a) ist in den USA zur Behandlung von schubförmiger MS zugelassen. 

Über Evobrutinib

Evobrutinib (M2951) befindet sich in der klinischen Entwicklung und wird auf sein Potenzial als Therapie für Multiple Sklerose untersucht. Es handelt sich dabei um einen oralen, hochselektiven Hemmer der Brutontyrosinkinase (BTK), die für die Entwicklung und Funktionsweise von unterschiedlichen Immunzellen einschließlich B-Lymphozyten und Makrophagen wichtig ist. Evobrutinib ist so konzipiert, dass er primäre B-Zell-Reaktionen wie Proliferation und Freisetzung von Antikörpern und Zytokinen ohne direkte Auswirkungen auf die T-Zellen hemmt. Autoantikörper-produzierende Zellen sollen durch die BTK-Hemmung unterdrückt werden, was der präklinischen Forschung zufolge auf einen möglichen Therapienutzen bei bestimmten Autoimmunerkrankungen hindeutet. Evobrutinib befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung und ist weltweit in keiner Indikation zugelassen.

Über Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste nicht traumatische, zu starken Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Die Zahl der weltweit an MS erkrankten Menschen wird auf 2,8 Millionen geschätzt. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehtrübung, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie Kraftlosigkeit und Koordinationsprobleme auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.

Merck im Bereich Neurologie und Immunologie

Merck blickt auf eine lange Tradition in den Therapiegebieten Neurologie und Immunologie und verfügt über umfangreiche F&E- und Geschäftserfahrungen im Bereich Multiple Sklerose (MS). Das aktuelle Portfolio des Unternehmens zu MS umfasst zwei Produkte zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose: Rebif® (Interferon beta-1a) und MAVENCLAD® (Cladribin-Tabletten). Merck will das Leben von Patienten entscheidend verbessern und widmet sich dazu bestimmten Bereichen mit hohem Therapiebedarf. Neben seinem Engagement für MS konzentriert sich Merck mit seiner Pipeline auch auf die Entdeckung potenzieller neuer Therapien für andere inflammatorische und immunvermittelte Erkrankungen des Nervensystems einschließlich systemischem Lupus erythematodes (SLE).

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Über Merck

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Healthcare, Life Science und Electronics tätig. Rund 58.000 Mitarbeiter arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von der Entwicklung präziser Technologien zur Genom-Editierung über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2020 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 17,5 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Electronics auftreten.

Quelle: Merck

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

Diese Website soll Ihnen behilflich sein, sich einen möglichst vollständigen Durchblick zu verschaffen!

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Keinesfalls stellt diese Website einen medizinischen Rat oder eine Therapie-Empfehlung dar! Als Apotheker möchte ich die ärztliche Verschreibung bereichern und ergänzen. Generell kommt der Apotheker dem Informationsbedürfnis des Patienten gerne nach. Die Information kann in der Apotheke erfolgen, oder aber auch – wie hier – im Internet.

 

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