Positive Phase-II-Daten unterstreichen klinischen Proof-of-Concept für Evobrutinib

10. Mai 2019 | Kategorie: Pharma-Meldungen

Erster oraler Brutontyrosinkinase (BTK)-Inhibitor mit positiven klinischen Ergebnissen der Phase II bei MS

10. Mai 2019 | Darmstadt, Deutschland

  • 48-Wochen-Ergebnisse als weiterer Beleg für die Schubreduzierung unter der Prüftherapie Evobrutinib
  • Unter Evobrutinib wurde ein schneller Rückgang von Läsionen im MRT zum Zeitpunkt 12 Wochen erzielt, der bis zum Zeitpunkt 48 Wochen anhielt; über einen Zeitraum von 52 Wochen wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert
  • Daten wurden auf der Jahrestagung 2019 der American Academy of Neurology vorgestellt und gleichzeitig im NEJM veröffentlicht

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute neue 48-Wochen-Ergebnisse der doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Phase-II-Studie zu Evobrutinib bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (MS) bekannt gegeben. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung 2019 der American Academy of Neurology (AAN) in Philadelphia (USA) präsentiert und gleichzeitig im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht. Evobrutinib ist der erste orale, hochselektive Inhibitor der Brutontyrosinkinase (BTK) mit klinischem Proof-of-Concept bei schubförmiger MS.

Zuvor berichtete Daten belegten die Erreichung des primären Endpunkts der Studie über eine Behandlungszeit von 24 Wochen. Die kumulative Gesamtzahl von Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen wurde dabei unter Evobrutinib im Vergleich zu Placebo reduziert. Unter Behandlung mit Evobrutinib 75 mg q.t. (1 x täglich) bzw. 75 mg b.i.d. (2 x täglich) wurde zum Zeitpunkt 12 Wochen ein schneller Rückgang der Anzahl an Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen beobachtet. Die neuen Daten belegten, dass der zum Zeitpunkt 12 Wochen beobachtete Effekt auf den Rückgang der Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen unter Evobrutinib 75 mg q.t. bzw. b.i.d. über 48 Wochen anhielt.

„Diese positiven Phase-II-Daten zu Evobrutinib sind ein hervorragendes Beispiel für die Stärke unserer Pipeline und unser Engagement für die Entwicklung neuer, innovativer Behandlungen für Multiple Sklerose“, sagte Luciano Rossetti, Leiter der globalen Forschung und Entwicklung im Biopharma-Geschäft von Merck. „Als führendes Unternehmen im Bereich der Autoimmunerkrankungen und MS sind wir stolz auf diese Substanz aus der unternehmenseigenen Forschung. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse unserer weiteren Untersuchungen zum Potenzial von Evobrutinib im Zuge unseres Ziels, unerfüllte medizinische Bedürfnisse von Patienten mit MS zu adressieren.

Unter Evobrutinib 75 mg b.i.d. betrug die annualisierte Schubrate (ARR) (Konfidenzintervall) 0,11 (0,04 – 0,25). 79 Prozent der Patienten blieben über den Behandlungszeitraum von 48 Wochen schubfrei. Zum Vergleich: Zum Zeitpunkt 24 Wochen lag die ARR für Evobrutinib 75 mg b.i.d. bei 0,08 (0,01 – 0,30) und für Placebo bei 0,37 (0,17 – 0,70).

Es wurden keine mit der Behandlung assoziierten Infektionen, parasitären Erkrankungen oder Lymphopenie beobachtet. Des Weiteren wurden keine neuen Sicherheitssignale über einen Zeitraum von 52 Wochen identifiziert. Zu den häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen (TEAE) (> 10 %) zählten Nasopharyngitis und erhöhte ALT. Der prozentuale Anteil von Übergängen zu Grad 2 oder höher im Vergleich zu Baseline lagen für ALT bei 5,7 %, 3,8 % und 13 % in den jeweiligen Evobrutinib-Gruppen (25 mg q.t., 75 mg q.t., 75 mg b.i.d.). In der Placebogruppe lag für ALT der entsprechende Anteil der Übergänge über den Zeitraum 24 Wochen bei 7,5 %. Alle Ereignisse traten innerhalb von 24 Wochen ab Behandlungsbeginn auf und waren bei Therapieabbruch reversibel, ohne dass über die 52-wöchige Studienlaufzeit klinische Folgen eingetreten wären. Im Studienverlauf durchliefen 85 % der Patienten (227 von 267) die 52-wöchige Behandlungsphase.

„Aufbauend auf unserer ersten Auswertung zum Zeitpunkt 24 Wochen belegen diese neuen Daten erneut die potenzielle Rolle von Evobrutinib bei schubförmiger Multipler Sklerose, wozu weitere klinische Untersuchungen erfolgen müssen“, sagte Dr. Xavier Montalban, Professor für Medizin und Direktor der Fakultät für Neurologie an der University of Toronto und Direktor des MS Centre am St. Michael’s Hospital in Kanada sowie Vorsitzender & Leiter der Abteilung für Neurologie-Neuroimmunologie & Einheit für Neurorehabilitation am Multiple-Sklerose-Zentrum Katalonien (Cemcat) des spanischen Vall d’Hebron Universitätsklinikums in Barcelona. „Evobrutinib ist der erste BTK-Inhibitor, für den ein klinischer Proof-of-Concept bei Multipler Sklerose belegt ist. Wir freuen uns sehr, dass diese 48-Wochen-Daten unsere klinische Weiterentwicklung von Evobrutinib und Untersuchung seiner Wirksamkeit bei Patienten mit MS stützen.”

Diese 48-Wochen-Ergebnisse stammen aus einer neuen Auswertung, die auf die erste Vorstellung der Daten nach 24-wöchiger Studienzeit im Rahmen der 34. Jahrestagung des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) am 12. Oktober 2018 in Berlin folgte.

Auf der AAN 2019 präsentierte Merck insgesamt 20 Abstracts (18 Poster und zwei Plattformpräsentationen). Weitere Informationen zum Abstract über die 48-wöchige Behandlung mit Evobrutinib finden Sie hier:

Die Präsentation dieser Datenauslesungen unterstreicht das breite Spektrum des Portfolios von Merck zu Multipler Sklerose (MS) und ist eine weitere Bestätigung für das Engagement des Unternehmens für Fortschritte bei der MS-Therapie. 

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Über Evobrutinib

Evobrutinib (M2951) wird derzeit in der klinischen Entwicklungsphase als potenzielle Behandlung für Multiple Sklerose (MS), rheumatoide Arthritis (RA) und systemischen Lupus erythematodes (SLE) untersucht. Es handelt sich dabei um einen oralen, hochspezifischen Hemmer der Brutontyrosinkinase (BTK), die für die Entwicklung und Funktionsweise von unterschiedlichen Immunzellen einschließlich B-Lymphozyten und Makrophagen wichtig ist. Die Selektivität wurde in vitro beurteilt. Evobrutinib ist so konzipiert, dass er primäre B-Zell-Reaktionen wie Proliferation und Freisetzung von Antikörpern und Zytokinen ohne direkte Auswirkungen auf die T-Zellen hemmt. Autoantikörper-produzierende Zellen sollen durch die BTK-Hemmung unterdrückt werden, was der präklinischen Forschung zufolge auf einen möglichen Therapienutzen bei bestimmten Autoimmunerkrankungen hindeutet. Evobrutinib befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung und ist weltweit in keiner Indikation zugelassen.

Über die Phase-II-Studie mit Evobrutinib bei Multipler Sklerose

Es handelt sich dabei um eine doppelblinde, placebokontrollierte, 48-wöchige Phase-II-Studie zur Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Evobrutinib bei Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit schubförmiger Multipler Sklerose. Die Patienten wurden randomisiert der Behandlung mit Evobrutinib 25 mg q.t., 75 mg q.t., 75 mg b.i.d., Placebo oder unverblindetem Dimethylfumarat (240 mg b.i.d., Referenzarm) zugeteilt. Primärer Endpunkt war die Gesamtzahl an Gadolinium-anreichernden T1-Läsionen in Woche 12, 16, 20 und 24. Wichtige sekundäre Endpunkte bezogen sich auf die annualisierte Schubrate (ARR) in Woche 48 sowie Sicherheit. Mehr Informationen zur Studie finden Sie unter ClinicalTrials.gov.

Über Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und die häufigste, nicht traumatische, zu starken Beeinträchtigungen führende neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Schätzungen zufolge sind weltweit circa 2,3 Millionen Menschen an MS erkrankt. Die Symptome können unterschiedlich sein, wobei vor allem Sehtrübung, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie Kraftlosigkeit und Koordinationsprobleme auftreten. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS.

Immunologie bei Merck

Merck blickt auf eine lange Tradition im Therapiegebiet Immunologie und verfügt über umfangreiche F&E- und Geschäftserfahrungen im Bereich Multiple Sklerose (MS).  Im Fokus der soliden Immunologie-Pipeline von Merck steht die Entdeckung neuer Therapien, die über das Potenzial verfügen, die Hauptauslösemechanismen chronischer Erkrankungen wie MS, systemischer Lupus erythematodes (SLE) sowie Formen der Arthritis, einschließlich rheumatoide Arthritis (RA) und Osteoarthritis (OA), zu modulieren.

Über Merck

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials tätig. Rund 52.000 Mitarbeiter arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von der Entwicklung präziser Technologien zur Genom-Editierung über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2018 erwirtschaftete Merck in 66 Ländern einen Umsatz von 14,8 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns. Merck hält die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Die einzigen Ausnahmen sind die USA und Kanada, wo die Unternehmensbereiche als EMD Serono, MilliporeSigma und EMD Performance Materials auftreten.

Quelle: Merck

Autor / online gestellt: CWF

Hinweis:


Die Vielzahl der MS-Medikamente macht es Betroffenen schwer, den Überblick über die infrage kommenden Medikamente zu erlangen. Daher heißt das Editorial auch überspitzt: Blicken Sie noch durch? – Eine Hilfe für MS-Patienten

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